Was bietet dieses Abenteuer?
Ugandas bekanntestes und begehrtestes Reiseerlebnis ist das Berggorilla-Trekking im Südwesten des Landes – eine Begegnung, die selbst erfahrene Safari-Reisende nachhaltig beeindruckt. Im Mittelpunkt steht der Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark, eines der artenreichsten Waldgebiete Afrikas und UNESCO-Weltnaturerbe seit 1994.
Der Bwindi Forest beherbergt rund die Hälfte aller noch lebenden Berggorillas weltweit – eine Population, die durch intensive Schutzmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten von wenigen hundert auf heute über 1.000 Individuen angewachsen ist. Was den Park darüber hinaus einzigartig macht: Er ist der einzige Nationalpark der Welt, in dem Berggorillas und Schimpansen nebeneinander leben. Diese außergewöhnliche Artenvielfalt macht den Bwindi zu einem der wertvollsten Schutzgebiete des gesamten Kontinents.
Wer den dichten Urwald durchquert und sich schließlich einer Gorillagruppe auf wenige Meter nähert, erlebt einen jener seltenen Momente, die sich tief ins Gedächtnis eingraben. Es ist keine gewöhnliche Wildtierbeobachtung – es ist eine Begegnung auf Augenhöhe mit unseren nächsten Verwandten.

Die Gorilla-Trekking-Genehmigung – was Sie wissen müssen
Für jede Gorilla-Trekking-Tour in Uganda ist eine offizielle Genehmigung – das sogenannte Gorilla Permit – erforderlich. Diese Genehmigung kostet derzeit 700 USD pro Person und Trek und wird von der Uganda Wildlife Authority (UWA) ausgegeben.
Zum Vergleich: In Ruanda kostet ein vergleichbares Permit 1.400 USD pro Person – womit Sie in Uganda zweimal wandern können, bevor Sie den Preis einer einzigen ruandischen Trekking-Tour erreichen.
Bitte beachten Sie folgendes:
- Genehmigungen sind gruppen- und tagesspezifisch und weder übertragbar noch erstattungsfähig.
- Die Zahlung wird in der Regel vollständig im Voraus verlangt, um die Buchung verbindlich zu bestätigen.
- Jede Gorilla-Trekking-Tour findet bei jedem Wetter statt – eine Absage aufgrund von Regen oder schwierigen Bedingungen ist nicht vorgesehen.
- Pro habituierter Gorillagruppe und Tag dürfen maximal 8 Touristen teilnehmen – ein bewusstes Limit zum Schutz der Tiere.
Der Bwindi Nationalpark verfügt aktuell über mehr als 20 habituierte Gorillafamilien, die für Trekking-Besuche zugänglich sind, mit mehreren Ausgangspunkten im gesamten Parkgebiet: Buhoma, Ruhija, Rushaga und Nkuringo sind die wichtigsten. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass Ihre Genehmigung mit dem Ausgangspunkt übereinstimmt, der Ihrer Unterkunft am nächsten liegt.
Frühzeitiges Buchen ist entscheidend. In der Hochsaison – von Juni bis September sowie im Dezember und Januar – sind Permits oft Monate im Voraus ausgebucht. Wir empfehlen, mindestens sechs bis zwölf Monate vor der geplanten Reise zu buchen.
Ablauf einer Gorilla-Trekking-Tour
Der Tag beginnt vor Sonnenaufgang
Noch vor der Morgendämmerung brechen speziell ausgebildete Tracker auf, um die Gorillafamilie an dem Ort ausfindig zu machen, an dem sie die Nacht verbracht hat. Gorillas bauen jeden Abend neue Schlafnester aus Ästen und Blättern – die Tracker kennen diese Muster genau und folgen den Spuren.
Während die Tracker die Gorillas suchen, erhalten alle Teilnehmer am Ausgangspunkt eine vollständige Einweisung: Verhaltensregeln beim Kontakt mit den Gorillas, Sicherheitshinweise und praktische Tipps für die Wanderung. Diese Einweisung ist obligatorisch und dauert in der Regel etwa 30 Minuten.
Auf dem Weg zu den Gorillas
Sobald die Tracker die Gruppe geortet haben, geben sie den genauen Standort per Funk an Ihre Guides weiter. Je nach Lage entscheiden die Guides, ob Sie direkt vom Ausgangspunkt aufbrechen oder zunächst ein Stück mit dem Fahrzeug fahren, bevor die eigentliche Wanderung beginnt.
Dann geht es zu Fuß durch den Urwald – über schmale Pfade, durch dichte Vegetation, bergauf und bergab. Die Wanderung kann zwischen einer und mehreren Stunden dauern, abhängig davon, wie weit sich die Gorillafamilie am Morgen bewegt hat.
Die Stunde mit den Gorillas
Sobald Sie die Gorillagruppe erreicht haben, beginnt eine genau bemessene Stunde – die intensivste und unvergesslichste Stunde, die eine Safari-Reise bieten kann. In dieser Zeit beobachten Sie die Gorillas aus nächster Nähe: spielende Jungtiere, fressende Silberrücken, soziale Interaktionen innerhalb der Gruppe.
Nach Ablauf der Stunde verlassen alle Besucher ruhig und geordnet das Gebiet. Die Wanderung zurück zum Ausgangspunkt oder zum Fahrzeug folgt anschließend. Planen Sie für den gesamten Tag – von der Abfahrt bis zur Rückkehr – sechs bis acht Stunden ein. Ein Lunchpaket, das Sie bei Ihrer Lodge vorbestellen können, ist sehr zu empfehlen.

Wichtige Hinweise zur Vorbereitung
Körperliche Fitness
Gorilla-Trekking im Bwindi Forest ist körperlich anspruchsvoll. Der Regenwald wächst auf steilem, rutschigem Gelände – Wurzeln, Schlamm und dichtes Unterholz sind der Normalzustand. Obwohl jede Trekking-Tour anders verläuft, sollten Sie sich auf vier bis sechs Stunden aktive Wanderzeit einstellen, teils auf markierten Pfaden, teils abseits jeder Wegspur.
Teilnehmer müssen in guter körperlicher Verfassung sein. Personen mit ernsthaften Knie- oder Herzproblemen sollten vorab ärztlichen Rat einholen. Wer nicht sicher ist, ob er die Tour körperlich bewältigen kann, sollte dies offen mit uns kommunizieren – wir finden gemeinsam die beste Lösung.
Das Mindestalter für Gorilla-Trekking beträgt 15 Jahre.
Gesundheitsanforderungen
Gorillas sind genetisch eng mit dem Menschen verwandt und besonders anfällig für menschliche Atemwegserkrankungen. Aus diesem Grund ist die Teilnahme an einer Trekking-Tour nicht erlaubt, wenn Sie an Erkältung, Grippe, Durchfall oder anderen ansteckenden Erkrankungen leiden. Diese Regelung gilt ausnahmslos und dient dem Schutz der Tiere.
Falls Sie am Tag des Trekkings krank sind, teilen Sie dies bitte unverzüglich Ihrem Guide mit. In begründeten Fällen kann eine Umplanung auf einen anderen Tag geprüft werden, ist jedoch nicht garantiert.
Ausrüstung und Packempfehlungen
Für ein angenehmes und gut vorbereitetes Gorilla-Trekking empfehlen wir folgende Ausrüstung:
- Feste, wasserdichte Wanderschuhe mit gutem Profil – ideal sind Knöchelhohe Modelle
- Lange, leichte Hosen und langärmeliges Oberteil zum Schutz vor Insekten und Vegetation
- Warme Schicht für kühle Morgenstunden – im Hochland kann es empfindlich kalt sein
- Regenjacke oder Regenponcho – der Bwindi Forest lebt von seinem Regen
- Kleiner Tagesrucksack mit Lunchpaket und ausreichend Trinkwasser (mindestens 2 Liter)
- Sonnencreme, Hut und Insektenschutzmittel
- Handschuhe – die Vegetation ist teils dornenreich
- Kamera ohne Blitz; alle Kameratöne müssen deaktiviert sein
- Bargeld für Trinkgeld, den Porterdienst und Souvenirs am Ausgangspunkt
Der Porterdienst – eine Empfehlung
Am Ausgangspunkt besteht die Möglichkeit, einen lokalen Träger zu engagieren, der Ihren Rucksack für rund 15 bis 20 USD trägt. Diese Träger sind erfahrene Einheimische, die das Gelände genau kennen und Ihnen in schwierigen Passagen mit einem stützenden Arm oder einer helfenden Hand zur Seite stehen.
Der Porterdienst ist nicht nur eine praktische Unterstützung – er ist ein wichtiger Einkommensweg für die lokale Bevölkerung rund um den Nationalpark und damit Teil des nachhaltigen Tourismuskonzepts Ugandas. Besonders Fotografen mit schwerem Kamera-Equipment profitieren erheblich von dieser Option.
Ideal für:
Das Gorilla-Trekking in Uganda eignet sich für:
- Reisende ab 15 Jahren in guter körperlicher Verfassung
- Naturliebhaber und Wildtier-Enthusiasten
- Fotografen und Filmemacher auf der Suche nach einzigartigen Aufnahmen
- Reisende, die neben klassischen Safari-Erlebnissen etwas wirklich Außergewöhnliches suchen
Nicht geeignet ist das Trekking für Personen mit schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen, stark eingeschränkter Mobilität sowie für Reisende mit akuten Infektionskrankheiten.
Wo findet es statt?
Das Gorilla-Trekking findet im Südwesten Ugandas statt, in einer der grünsten und ursprünglichsten Regionen des Landes.
Der Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark liegt im Distrikt Kanungu und erstreckt sich über rund 331 Quadratkilometer. Er ist von Kisoro, Kabale und Bwindi Town aus zugänglich und bietet mehrere Ausgangspunkte für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Gorillafamilien.
Der Mgahinga Gorilla Nationalpark liegt weiter südlich, direkt an der Grenze zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo, und ist Teil des grenzüberschreitenden Virunga-Schutzgebietes.
Anreise
Die Anreise erfolgt üblicherweise auf einem von zwei Wegen:
- Flug nach Entebbe (Uganda) mit anschließendem Inlandsflug oder Straßentransfer in den Südwesten. Ein Transfer von Entebbe oder Kampala nach Bwindi dauert mit dem Fahrzeug etwa acht bis zehn Stunden. Alternativ bieten mehrere Anbieter Kleinflugzeug-Transfers zu Buschairstrips in der Nähe des Nationalparks an.
- Flug nach Kigali (Ruanda) mit anschließendem grenzüberschreitenden Straßentransfer nach Bwindi – eine gut ausgebaute Route, die von vielen Reisenden bevorzugt wird, da der Transfer kürzer ist.
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Derzeit kostet eine Gorilla-Trekking-Erlaubnis 700 USD pro Person und Trek. Im Vergleich dazu kostet Ruanda USD $1400 pro Person und Wanderung, so dass Sie zweimal in Uganda für weniger Geld wandern können als einmal in Ruanda. Die Unterkünfte in der Region variieren stark von unter 100 US-Dollar pro Person und Nacht bis hin zu etwa 800 US-Dollar pro Person und Nacht für luxuriöse High-End-Lodges. Hinzu kommen allerdings auch noch die Mahlzeiten, die Guides und der jeweils lange Transfer. Dies kommt meist im Komplettangebot ab 2000 USD für 2 Nächte und 3 Tage (inkl. Permit).
Welche Verlängerungen der Safari empfehlt ihr?
Eine Reise für das Gorilla-Trekking nach Uganda lässt sich hervorragend mit weiteren Safari-Erlebnissen kombinieren:
Innerhalb Ugandas bietet sich besonders das Schimpansen-Trekking im Kibale Forest Nationalpark an – Uganda beheimatet die größte Schimpansen-Population Afrikas. Der nahegelegene Queen Elizabeth Nationalpark beeindruckt mit Elefanten, Büffeln, Flusspferden und den berühmten baumsitzenden Löwen im Ishasha-Sektor. Für Vogelbeobachter ist der Bwindi Forest selbst ein Paradies mit über 350 Vogelarten, darunter 23 endemische Vogelarten der Albertine Rift-Region.
Länderübergreifend ergänzen sich eine Uganda-Reise und eine klassische Kenia- oder Tansania-Safari ideal. Die Kombination aus Gorilla-Trekking und der großen Tierwanderung der Serengeti oder dem Masai Mara ist einer der beliebtesten und eindrucksvollsten Reisewege Ostafrikas.
Sprechen Sie uns gerne an – wir stellen Ihre individuelle Ostafrika-Reise gerne nach Ihren Wünschen zusammen.
Places to stay
Unterkünfte
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