Warum eine Reitsafari in Namibia so besonders ist

24 Juni 2019

Liebe Safari Freunde!

Ich mag vielleicht etwas voreingenommen sein, da mich das Afrikafieber während meiner ersten Reitsafari in Namibia packte, aber für mich ist Namibia noch immer eines der besten Länder für eine Safari zu Pferd. Und ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile viele Safaris zu Pferd in verschiedenen Ländern mitgeritten bin.
Ich bin das erste Mal mit 18 Jahren, direkt nach meinem Abitur von meiner Mutter nach Afrika geschickt worden. Je näher die Reise rückte, desto mehr wehrte ich mich dagegen wirklich zu fahren.

Nach vielen Diskussionen, Zweifeln und Dramen kam ich aber doch auf der Farm Groß Okandjou an. Sie liegt 3 Stunden nordwestlich von Windhoek und für mich war es damals eine Tortur dorthin zu gelangen. Komplett alleine und zum ersten Mal in Afrika, war ich doch ziemlich überfordert mit der ganzen Situation.
Noch am ersten Abend rief ich meine Eltern an mit der Aussage, dass ich hier nicht eine Nacht länger bleiben würde und sie mir lieber schnellmöglich einen Flug nach Hause buchen sollten.

Tatsächlich begann nun aber die mitunter beste Zeit meines Lebens.

Die Farm beherbergte circa 60 Pferde und nach wenigen Tagen durfte ich mich zum ersten Mal auf eines von Ihnen schwingen. Kurz darauf leitete ich auch schon meine ersten Tagesritte mit Gästen und bereitete mich auf meine erste richtige Pferdesafari vor.

Für jemanden der noch nie in Afrika war mag es schwer vorstellbar sein, aber ich kann mir kaum ein Gefühl von größerer Freiheit vorstellen als mitten in der Wildnis zu sein. Komplett allein, nur du und dein Pferd.
Man kann stundenlang geradeaus reiten, ohne auf eine Straße, einen Zaun oder geschweige denn auf Zivilisation oder andere Menschen zu treffen. Alleine das Wissen, dass im Umkreis von vielen Kilometern nicht eine andere Person zu finden sein wird, ist ein unglaublich befreiendes Gefühl.

Die Reiseroute unserer mobilen Safari führte uns über mehrere Tage in das Erongogebirge Namibias.
Die Landschaft die uns dort und auf dem Weg dorthin erwartete, war einfach atemberaubend. Wir ritten vorbei an enormen Steinformationen, die aussahen als wären sie von irgendjemand zu kugelrunden Felsen geformt und einfach mitten in der Landschaft übereinander gestapelt worden. Teilweise mussten wir sogar von unseren Pferde absteigen und mit ihnen zusammen über die Felsen klettern.
Wenn die Sonne unterging, färbten sie sich rosa und eines Abends stolzierte auch noch eine Herde Giraffen mitten in dieses eh schon märchenhafte Schauspiel.

Wir ritten durch breite, ausgetrocknete Flussbetten, immergrüne Akazienwälder und teilweise über freie Flächen die eine kilometerweite Sicht über den Horizont ermöglichte. Wir erklommen kleine Berge mit einer einzigartigen Aussicht und durchritten dichten Busch, wobei man nie wusste welches Tier einem als nächstes vor die Füße sprang.

Wir schliefen unter freiem Himmel, auf einfachen Feldbetten. Mal in einem ausgetrockneten Flussbett, mal auf dem Gipfel eines kleinen Berges oder versteckt und gut geschützt in den riesigen Steinformationen, die Pferde in nächster Nähe und Hörweite angebunden. Immer mit einem klaren Himmel und Millionen von Sternen direkt vor unseren Augen. Eine bessere Kulisse zum Einschlafen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Eine Nacht war besonders und ich bin sehr froh, dass es die Nacht war, in der wir im Schutz der Felsen schliefen. Schon als wir das Lager aufschlugen, war uns bewusst, dass ein anscheinend sehr beliebter Wildtrampelpfad direkt neben unserem Camp entlang lief.
Mitten in der Nacht hörten wir Hufgetrappel, das stetig lauter wurde. Plötzlich jagte eine Zebraherde in circa 20 Meter Entfernung an uns vorbei. Natürlich war sie in der Dunkelheit kaum zu erkennen, aber dank ihrer einzigartigen Stimmen und der Tatsache, dass sich unsere Pferde anscheinend sehr mit ihnen verbunden fühlten, sich losrissen und mit ihnen mitstürmten, bestand kein Zweifel.
Das Camp war natürlich erstmal wach. Doch da es keinen Sinn machte, mitten in der Dunkelheit loszuziehen um nach den Pferde zu suchen, warteten wir bis zum Morgengrauen. Unsere beiden Guides machten sich auf die Suche, sobald es hell genug war um die Spuren gut lesen zu können (worin sie übrigens wahre Meister waren).
Als es auch für unsere ungeschulten Augen endlich hell genug war, um etwas auf dem Boden erkennen zu können, kam die nächste Überraschung.
Wir fanden Leoparden spuren. Direkt neben unserem Camp. Wo wir ohne Zelt schliefen.
Das erklärte wenigstens warum die Zebras und unsere Pferde so aufgeschreckt waren.
Einige Stunden später kamen unsere Guides zurück. Alle Pferde unverletzt, wohl auf und munter im Schlepptau. Es schien als hätten sie ihren kleinen Ausflug fast etwas genossen.

Die folgenden Tage verliefen zum Glück ein klein wenig ruhiger, was nach dieser Nacht gar nicht so schlecht war.
Trotzdem verbrachten wir täglich bis zu acht Stunden im Sattel. Wir legten Picknick-Pausen ein, wann immer wir ein schönes, schattiges Plätzchen fanden. Den nötigen Proviant hatten wir zum Glück immer in unseren Satteltaschen mit dabei. Teilweise war sogar Zeit für ein kleines Nickerchen in einem trockenen Flussbett, wenn wir vorher schnell genug unterwegs waren. Und das waren wir oft.

Neben all den Felsen, Büschen, Hügeln und unwegsamen Gelände bietet Namibia auch unendliche Weiten für traumhafte Galoppaden. Das dürfte für jeden passionierten Reiter das absolute Highlight sein. Auf jeden Fall war es das für mich. Der Boden war perfekt, die Sicht war perfekt und unsere Pferde extrem motiviert. Es war das schönste Gefühl der ganzen Safari – einfach auf dem Rücken seines Pferdes im gestreckten Galopp durch die Landschaft zu fliegen.
Und in der Ferne sah man hier und dort Giraffen oder Zebras, die mit uns mit galoppierten.

Wir hatten unglaubliche Tierbegegnungen, da die Pferde mit ihrem ruhigen Wesen viel näher von dem Wild herangelassen werden. Sogar einen noch sehr jungen Leoparden bekamen wir zu Gesicht, was eine wahre Besonderheit war. Der ein oder andere weiß vielleicht, wie scheu diese wunderschönen Tiere sind.

Jeden Abend wurde frisch über dem Feuer gekocht. Mal sehr extravagant und ausgefallen, mal gab es einfach das lokale Essen, das auch die Einheimischen tagtäglich verspeisten.

Und die Sonnenuntergänge genossen wir mit einem kühlen Bier oder Gin Tonic und tauschten uns über die Abendteuer des Tages aus.
Wir fanden Felsenmalereien von uralten afrikanischen Buschmännern und gingen mit unseren Pferde an der nächsten Wasserstelle baden.

Sogar die Duschen waren ein Highlight. Meistens waren es nur Eimerduschen, gefüllt mit über dem Feuer erwärmten Wasser, doch nach 8 Stunden im Sattel war es ein Genuss. Auch die beste Dusche die ich jemals hatte, war eine von denen auf der Reitsafari in Namibia. Wir campten neben einem alten, kaputten Brunnen, aus dem das Wasser unaufhaltsam floss. So mussten wir nur einen Schlauch hinein stecken, das Wasser ansaugen und konnten uns in der Mittagshitze eine schöne Erfrischung gönnen. Mit Blick aus ein kleines Wasserloch in der Ferne, an dem sich im selben Moment Zebras, Antilopen und Warzenschweine abkühlten. Die Sicht zum Camp war durch dichte Büsche abgeschirmt, die von Chamäleons anscheinend sehr beliebt waren. Während meiner wunderbar kühlen Dusche konnte ich gleich drei von ihnen direkt neben mir beobachten, wie sie sich durch die Äste hangelten und ganz allmählich ihre Farbe wechselten.

Ich könnte noch stundenlang so weiter machen und von einer wundervollen Situation nach der anderen erzählen. Um es jedoch auf den Punkt zu bringen:

Bei einer Reitsafari in Namibia reiht sich ein einzigartiges Abenteuer an das Nächste. Man kann nie wissen was einen erwartet – und genau das macht es so besonders.

 

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