Unterwegs mit Okwa – zu Fuß durchs Okavango Delta

30 Januar 2019

Es ist mitten in der Nacht, als uns das Gebrüll eines Löwen weckt. Er ist nah, sehr nah dran. Das Brüllen ist so laut, dass es mir so vorkommt, als vibriere das Zelt ein wenig. Ich wage es kaum, mich zu bewegen. Nur in Zeitlupe greife ich nach meiner Uhr am Boden. Es ist 3.00 Uhr morgens. Noch zweieinhalb Stunden, bis Okwa uns aufweckt.

Mit einer Gruppe von fünf Gästen sind wir in ein einmaliges Abenteuer aufgebrochen: Eine Safari zu Fuß durch das Okavango Delta. Unser Freund Okwa Sarefo kam auf die Idee. Nicht nur hat Okwa bereits zwanzig Jahre Erfahrung als Guide in Botsuana, nein, er ist außerdem Trainer und hat viele der anderen Safari Guides im Delta selbst angelernt.

Okwa und sein Bruder Alko bringen uns per Boot zu einem einfachen Camp versteckt auf „Chief’s Island“, der größten Insel im Delta. Alko steuert das Boot, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Und während ich Alko beobachte, wie er das Boot gekonnt an einer Familie Nilpferde vorbeisteuert, denke ich mir, dass das wahrscheinlich auch der Fall ist.

Nilpferde gelten als das gefährlichste Tier im Okavango Delta. Bekannt für ihr aggressives Verhalten, verspüren sie keine Scheu, riesige Löcher in ein winziges Boot wie unseres zu beißen, falls sie sich bedroht fühlen. Aber mit Alko als unserem Kapitän kann man sich nur sicher fühlen.

Aber nun zurück zum Löwen. Nach einer gefühlten Ewigkeit verstummt das Gebrüll urplötzlich. Stattdessen hören wir nun das leise Plätschern von Wasser. Der Löwe muss einmal durch unser Camp auf die andere Seite gelaufen sein, wo er nun am Ufer der Lagune über dem Wasser beugt und trinkt. Gestern Nachmittag hatte Okwa Frank hier beigebracht, wie man ein Mokoro steuert. Mokoros sind die traditionellen Kanus, gefertigt aus einem einzigen ausgehüllten Baumstamm und stellen das traditionelle Transportmittel der Menschen dar, die das Delta ihr Zuhause nennen. Okwa und sein Team benutzen die Mokoros, um uns durch die flachen Kanäle von einer Insel zur anderen zu befördern.

Ich schaue abermals auf meine Uhr. Es ist jetzt 05:25 Uhr. Jede Minute werde ich das sanfte „Knock-Knock“ vor dem Zelt hören – unser Weckruf für den neuen Tag.

Nach einer ehrlichen Tasse Kaffee, die auf dem Lagerfeuer gebrüht wurde (ich LIEBE Lagerfeuer am Morgen) und einer Schale warmem Porridge machen wir uns auf, die Wildnis zu erkunden. Chiefs Island gehört zum Moremi Wildreservat, das Tragen eines Gewehres ist darum auf Buschmärschen nicht gestattet – ein Gedanke, der einem zunächst mulmig vorkommen mag.

Doch Okwa führt uns achtsam und langsam von einem der riesigen Termitenhügel zum nächsten. Seine Crew umringt uns wie ein Kokon, immer auf der Hut halten sie Ausschau nach den großen Wildtieren. Wir beobachten eine Herde Elefanten aus der Ferne und einen alten Büffel, der mühsam durchs Wasser stampft. Wir verschmelzen mit der wilden Natur.

Auf einem der Buschmärsche kreuzt eine Löwin unseren Weg. Vielleicht einhundert Meter vor uns schaut sie hinter einem Busch hervor und als sie uns erblickt, schreitet sie gemächlich von dannen – nicht sonderlich an uns interessiert. Wir sehen sie nicht wieder, freuen uns aber über die frischen Fußspuren, die sie uns hinterlassen hat und die wir untersuchen.

Es ist die Einfachheit der Wildnis, die uns immer wieder an diesen Ort zurückführt. So geruhsam. Friedlich. Ehrlich. Still.

Manchmal ist es einfach nötig, aus der alltäglichen Oberfläche auszubrechen und in die Stille zu gleiten, die sich auf langen Buschmärschen im Kopf einstellt, um zu der Wahrheit zurückzukehren, die die Elefanten seit jeher in sich tragen.


Wir haben einige besondere Safaris mit Okwa in Botswana:

„Wildes Botswana mit Pat & Okwa“ oder „Das Land der vielen Flüsse mit Frank & Okwa“

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